Derek Gores – Collagenliebe

Derek Gores aus Melbourne gehört zu den Künstlern, von denen ich mir irgendwann unbedingt mal ein Original zulegen möchte. Ich liebe seine knallbunten Collagen einfach, die er aus alten Zeitschriften, Karten oder was er sonst so findet bastelt.

Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich (neben seiner Homepage) auf jeden Fall mal auf seiner gnadenlos unterklickten Facebook-Seite umschauen (mit grade mal knapp über 3.000 Likes), vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber ich finde, dass es sich definitiv lohnt. Und ja es ist bunt und hauptsächlich Mädchenkram, aber neben hübschen Portraits, Schuhen und Cocktail-Zeug, gibt es auch den „Dude“, Brüste und Motoren.

Hier schon mal ein paar Eindrücke, den Rest müsst ihr euch dann selber ansehen.

Sax me!

Als großer Fan nahezu jeder Musik stelle ich eine zunehmende Anzahl von mir zusprechenden Instrumenten fest, die ich teilweise nicht kannte oder schlichtweg nicht mochte. Wahrscheinlich wird man einfach aufgeschlossener. Vor ein paar Jahren hätte ich mir einen Song wahrscheinlich nicht einmal angehört wenn er auf Platz 1 der Singlecharts gestanden hätte. Aber der Musikalische Horizont erweitert sich Jahr um Jahr oder sogar Tag für Tag. Nur einem Instrument gegenüber bin ich im höchsten Maß unaufgeschlossen.
Dem Saxophon.
Das stimmt nicht ganz. Dem typischen 80′s Saxophon. Ich kann es nicht ändern, aber jedes mal wenn ich es höre, bilden sich vor meinem geistigen Auge blau ausgeleuchtete Nebelschwaden, aus denen mir eine Frau entgegen schreitet. Sie trägt nichts außer einem Glas Sekt, Leoparden-Pöpms, einem neongrünen Tanga dessen Bund weit über die Hüfte reicht, den dazu passenden BH, und eine Dauerwelle. Während sie so, einen Fuß vor den anderen setztend, auf mich und meine weiße Plüsch-Couch zukommt, zieht sie lasziv an ihrer Marlboro 100, und bläst den eine so große Rauchwolke aus, dass ihre Smokey-Eyes kurz nicht zu sehen sind. Doch als sie gerade lächelnd und sinnlich „Entspann dich!“ säuselt, greife ich nach der Shotgun unter mir und schieße ihr ins Gesicht. Kurz darauf stirbt der Saxophonist im beigen Anzug mit Sonnenbrille.
Nur einen Song kann ich hören ohne diese verstörende Vision.
Diesen

0 Sax me!

8Uhr

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Die Deutschen sind schon ein witziges Völkchen. Sie polarisieren die Gemüter der Welt, wie nur wenige Völker es tun. Man kann sich herrlich aufregen über ihre mangelnde Spontanität, ihre Spießigkeit, ihr biederes Erscheinen und natürlich ihre Vergangenheit.

Andererseits amüsieren sie durch von Gartenzwergen übervölkerte Schrebergärten, komische Dialekte und Frisuren, sowie die akribisch gelebte gelebte Ideologie der Pünktlichkeit.

Letztere begegnete mir heute Morgen um 8 Uhr am Erftstädter Bahnhof.

Um den Sachverhalt im Voraus zu erklären: Erftstadt ist ein Vorort von Köln, und eine klassische Pendlerstadt. Zur Stoßzeit fahren stündlich drei Regionalbahnen, meist bestehend aus zwei gänzlich überfüllten Waggons, aus der Eifel nach Köln. Wenn diese Bahn in Erftstadt zu stehen kommt, kommt selten einer der durchschnittlich 60 Zusteiger zum sitzen. Soviel dazu.

Als ich heute Morgen also die vereisten Bahnsteige beschritt, bemerkte ich schnell dass sich dort ,statt der üblichen 60, 150 müde Gesichter bitteren Kiosk-Kaffee in den trockenen Rachen gossen oder hektisch Zigaretten heiß rauchten. Irgendwas war also im Busch. Ein Blick auf die Anzeigetafel (seit ein paar Jahren elektronisch!) verriet mir das der RE10-Schlag-Mich-Tot, planmäßige Abfahrtzeit 07:48, heute ausgefallen war. Weiterhin hatte der RE10-Schieß-Dir-In-Den-Sack-Und-Stirb-Tanzend, planmäßige Abfahrtszeit 08:06, circa 9 Minuten Verspätung. Wenige Sekunden nach meiner Ankunft wies eine freundliche Frauenstimme, die wohl den drohenden Aufstand der Acht-Uhr-Zombies spürte, darauf hin das die RB10-Go-Go-Gadget planmäßig um 08:19 eintreffen würde, und als eventuelle Ausweichmöglichkeit für jene dienen könne, die kein gesteigertes Interesse an einer Nierenquetschung hätten.

Als angehender Soziologe witterte ich sofort dass ich nun Zeuge eines interessanten Experimentes werden konnte. Ich drehte mir eine Zigarette, lehnte mich entspannt an einen Stromkasten und wartete, während ich genüsslich am Strohalm meines Trinkpäckchens saugte.

Wenige Minuten später kündigte ein dunkles Grollen aus der Ferne das baldige erscheinen der Bahn an. Natürlich hatten sich schon vor meiner Ankunft die ersten Passagiere in Spe unauffällig an den strategisch wichtigen Punkten am Gleisanfang und Gleisende positioniert. Aber nun erwachten alle zum Leben. Aus Zombies wurden Tiere.Die nette Oma und der scheinbar gelassene Hippster drängelten gleichermaßen, der Manager mit gezücktem 1. Klasse Ticket versuchte mit steinernem Gesichtsausdruck sich Platz zu verschaffen und die hübsche Schülerin entschuldigte sich in die erste Reihe. Als die Bahn dann tatsächlich vor ihnen hielt und ihre Türen öffnete, gab es kein Halten mehr. Obgleich höchstens noch 50 Menschen schmächtiger Statur Platz gefunden hätten, rempelten nahezu alle Anwesenden in Richtung Tür und versuchten sich irgendwie noch in die Bahn zu drängen. Erschreckend viele schafften es.

Als die Bahn die Türen schloss blieben nur wenige äußerst unglücklich drein blickende Menschen zurück, sie wirkten beinahe so, als hätten sie gerade eine Kreuzfahrt auf einem Luxusliner verspielt. Es hätte mich nicht gewundert jemanden weinen zu sehen. Ich drückte mein Mitleid durch eine langsamen Applaus aus während ich breit grinste, was mir einige böse Blicke bescherte. Keine 3 Minuten später stieg ich in die nächste Bahn.

Pony-Invasion

20120119 pgpxduhrmuipewyggwpcpjxiq6 Pony Invasion

Worauf man nicht alles stößt, wenn man ein bisschen durch die Gegend klickt. Bei mir war es heute der (seitdem heißgeliebte) Pony-Creator. Nur schonmal zur Vorwarnung: Es wird kitschig.

Ponys sind aber auch toll. Vorallem Einhorn-Ponys <3

Da ich Flausch, Kitsch und sowieso alles was bunt ist mag, habe ich mich natürlich sofort begeistert auf den Pony-Creator gestürzt und mein eigenes kleines Regenbogenpony gebastelt. Und da die tollen Menschen bei Twitter (und inzwischen auch immer mehr Facebook-ler) toll sind und auf meine Pony-Sucht angesprungen sind, kann ich euch hier direkt mal eine ganze Pony-Herde präsentieren. Weiterlesen »

2007-2012

RIP Grooveshark (Germany)

Selten hat mich das Ableben einer Internetseite so unglücklich gemacht. Wir sehen uns also auf der anderen Seite wieder, mein treuester Freund und allzeit bereiter Dj.

Word

AUF EIN

             

              (UN)WORT

 

 

„And the winner is…“. Jetzt Endlich steht es fest. Das Unwort des Jahres 2011 ist „Döner-Morde“. Somit steht diese groteske Wortkreation in einer Reihe mit Worten wie beispielsweise „alternativlos“ (2010), „Humankapital“ (2004) und „Gotteskrieger“ (2001). „Döner-Morde“ verharmlost den Mord an türkisch und griechischstämmigen Migranten. Das ist natürlich wahr, trotzdem habe ich ein Problem mit der Wahl bzw. mit dem medialen Umgang dieser Wahl. „Döner-Morde“ ist ein (Un)Wort das deutlich von Zeitungen und Fernsehen kreiert worden ist, anders als in den letzten 20 Jahren, wo diese (Un)Wörter zwar von den Medien getragen und gepusht wurden, allerdings von Politikern oder anderen Personen des sogenannten „öffentlichen Interesse“ geschaffen wurden. Warum mich das ankotzt?

Weil WDR, ARD, ZDF, N-TV, Zeit, FR, HR, FAZ und andere „seriösen“ Sender und Blätter dieses (Scheiß)Wort die letzten sechs Monate im selben Maß gebraucht haben wie ein 14 jähriger Kölner Migrant „Alda“. Und jedes mal hat es mich angekotzt. Ob ich in es von nem Kumpel hörte, es vorsichtig formuliert bei der ARD als „sogenannten Döner-Morde“ wahrnahm, oder mich selber dabei ertappte wenn ich damit Bezug auf das Thema nahm.

Und jetzt schreiben sie es sich alle auf die Fahne. Ein Unwort, etwas das man nicht sagt. Es sei denn niemand empört sich darüber.

So siehts aus. Gebt dem Kind einen Namen. Möglichst schnittig, eingängig, eindeutig. Und ein halbes Jahr später stellen wir empört fest dass das man Türken und Griechen gleichermaßen auf eine Fleischtasche reduziert und dadurch ein Wort geschaffen hat, dass in seiner Bedeutung auch für die Massenschlachtung von Lämmern stehen könnte.

Wie werden sich wohl die Angehörigen gefühlt haben, als sie zum ersten Mal lasen das Papa Teil der „Döner-Mordserie“ war? Und wie sehr hat das den Chefredakteur gekratzt, der die Titelseite am Vorabend absegnete? Und wie lange hat man dann wohl überlegt das Unwort des Jahres 2011 zu publizieren?

So etwas möchte man eigentlich nur den Springer-Medien oder den Privatsendern zutrauen. Aber da bin ich vielleicht etwas zu naiv.

Und natürlich ist mir klar dass die (Un)Worte in jedem Jahr die sind, die man tausendfach in Zeitungen liest und in den Nachrichten hört. Aber diesmal habe ich dass Gefühl das es so heuchlerisch ist wie selten zuvor.

Meinen herzlichen Glückwunsch also an die Medienlandschaft Deutschlands. Ihr habt es (abermals) geschafft die Messlatte wieder ein gutes Stück zu Senken.

 


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