Generation verloren.

Man sagt vieles über meine Generation, wir seien verroht, nur an Sex, Drogen und Party  interessiert.

Ich möchte diesen Thesen nur im geringen Maße zusprechen, noch sie vollkommen ignorieren. Meine Generation ist immer so wie man sie sehen will. Meine Freunde, Bekannten und ich selbst haben Spass daran sprichwörtlich die Sau rauszulassen – uns zu betrinken wie die Verrückten, uns durch die Gegend zu vögeln und dass alles zu komischer Musik die aus dem Computer kommt. Jedoch kommen wir genauso wie unsere Kritiker (bis auf die Retner) am Montag morgen in das/die Büro/Uni/Schule oder was weiß ich wohin. Manche von uns so schlimmen jungen Erwachsenen sind sogar erfolgreich selbstständig und arbeiten als Freelancer oder haben ihr eigenes Unternehmen.

Von meiner Seite kann ich nicht verstehen warum, man uns ignoriert oder verachtet bzw. als schlechtere Bruttosozialproduktproduzenten sieht. Warum wird meine Generation grundsätzlich, so über den Kamm der Bosheit geschoben? Wir sind sicherlich nicht die Achse des Bösen.

Meiner Meinung nach liegt es schlichtweg daran, dass wir es veröffentlichen. Viele unserer “Schandtaten” werden von  uns am Wochenende online gesetzt, je nach Internetaffinität kann man es bei StudiVZ, Facebook, Tumblr, Flickr  oder sogar auf dem eigenen Blog sehen. Ich halte diese Entwicklung nicht für schädlich sondern eher für genialer die Grundlage einer besseren Gesellschaft wird geschaffen. Jeder ist gleich (in gewissen Teilen). Die Menschen haben keine Geheimnisse mehr über ihre Wochenendsaktivitäten oder haben es (wie auch sonst bei privaten Informationen) selbst in der Hand was sie veröffentlichen.

Was ich jedoch als absolut falsch erachte ist, wenn ein Personalchef Chef diese Dinge gegen einen Bewerber/Mitarbeiter einsetzt. Wenn die Chefs anfangen ihre Mitarbeiter zu “googlen” ist dies genauso falsch, als wenn der Chef einem einen Privatdetektiv hinterher jagt. Ich sehe auch keine Legitimation in dieser Sache in der Argumentation “Die Sachen sind doch eh von dem in die Öffentlichkeit gestellt worden”, da diese Behauptung schlichtweg falsch ist, Netzwerke wie StudiVZ/Facebook sind nicht ohne Grund mit einem “Freundschaftssystem” ausgestattet. Nur weil ich mich genötigt fand meinen Chef irgendeinmal als meinen “Freund” in einen dieser Netzwerke anzuerkennen heißt das nicht, dass dieser die dort vorhanden Informationen gegen mich einsetzt.

Freundschaft bezeichnet eine positive Beziehung und Empfindung zwischen zwei oder mehreren Menschen, die sich als Sympathie und Vertrauen zwischen ihnen zeigt. (Quelle Wikipedia)

Dieser Grundsatz einer Freundschaft sollte auch im Netz bestehen, was wenn mein Chef eines Tages vielleicht mal auf einem Bild nicht “so gut” getroffen ist? Würde ich direkt zu seinem (falls vorhandenen) Chef damit rennen? – Ich bezweifle es.

Das Internet ist ein riesiger ganz neuer Spielplatz für uns, die Netzwerke sind eine der genialsten Erfindungen der Geschichte des Netzes, doch was viele leider bis heute noch immer sträflich nicht besitzen ist eine eine Moralvorstellung im Netz –  eine Art von ungeschrieben Gesetzen.

Auch im Netz sollte die goldene Regel der Ethik beachtet und geachtet werden:

Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.
oder

Behandle andere nicht so, wie du nicht von ihnen behandelt werden willst.

(Quelle: Wikipedia)

Über den Author

Sein Name ist Thilo: 1988 geboren, Skateboarder, Fotograf. Googlemöger, Freiheitskämpfer, Rebell, Punk, Electroniker, Raver, Trinker, Raucher und zu 100% aus natürlichen Anbau. Alles gekrönt mit einer leichten Prise Ironie

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comment Ein Kommentar zu
“Generation verloren.”

  • liz schrieb am: 14.10.2009 11:54

    nett, dass du den sinn der thora in deinem artikel erfasst hast ;)

    “was du nicht willst tu auch keinem andren an”



„Solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper noch nicht zu Ende…“

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