Mein eigener kleiner Krieg mit mir selbst.

kommando_hc (Custom)Einundzwanzig Jahre – Eine ganz schön lange Zeit. Ich stehe in meinem Leben vor einem wichtigen Punkt. Meine Ausbildung zum Speditionskaufmann ist fast abgeschlossen, eine Frage bleibt. Was kommt danach? Die Wirtschaftslage ist beschissen, wir die nun ihre Ausbildung in den “Industrienahen-Dienstleistungsbereichen” abschließen sind die Gefickten. Unsere Eltern kommen seit langen nicht mehr mit uns zurrecht, wir hören elektronische oder Rock-Musik für die sie kein Verständnis haben. Wir wollen doch eigentlich garnicht arbeiten, wir wollten doch eh nur Party und Chaos.

Ich behaupte, dass meine Generation die schwerste Jugend hat, für uns gibt es kein Richtig und kein Falsch nachdem wir uns richten können. Wir haben keine Kriege und wenn sind Sie soweit weg das wir Sie nicht mitbekommen. Wir können frei Reisen, es gibt den Ostblock/den stählernen Vorhang nicht mehr.  Wir die nun um die zwanzig sind, hören MGMT, Deichkind, whatever. Seichte Musik für ausgetrocknete Birnen würden manche behaupten.

“Eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab und schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen dann Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheiße die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen dieser Geschichte, Leute. Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen in dem Glauben aufgezogen, dass wir alle mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. Werden wir aber nicht, und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten.” – Tyler Durden

Ich glaube es gibt kein anderes Zitat, welchem ich zu 100% zustimmen kann. Die Jugendlichen rasten aus, siehe die brenennden Auto in Berlin/Hamburg/Athen, die Krawalle in den Vororten von Paris. Die Jugend ist verzweifelt, in Frankreich lebt sie in den Vorstädten, welche mehr und mehr zu sozialen Ghettos werden. In Berlin und in Hamburg geht es um das Plattmachen von Wohngebäuden in Gegenden wo man kein 200otes Einkaufzentrum braucht. Schaut man sich z.B. Tumblr an sieht man dutzende an Tumblrlogs die mit kleinen Bildchen und dummen “Love…. blabla…” texten zugeballert sind. Wayne? Genau niemanden. Finden wir trotzdem schön.

Wir sind so Indie und Liebesbedürftig und nach Ordnung fordert, dass unser Traum ein Einfamilienhause mit Jägerzaun vor den Toren Berlins ist.Wir schreiben Texte in WordPressblogs, die keine liest, regen uns über den Überwachungsstaat auf, gehen auf Demos mit Technomusik. Twittern gleichzeitig, dass wir gerade kacken waren und laden neben dem Gowalla-Checkin auf dem Klo gerade das Bild der Wurst zu Flickr hoch, damit wir im Anschluss es bei Studi oder Facebook in unsere Timeline einfügen können. Aber immer schön Anti-Überwachungsstaat sein. Unsere intimsten Daten müssen geschützt werden. Deine Mutter übrigens auch. Doch warum rege ich mich so auf? Ab nächsten Jahr gibts Hartz IV für mich und dann kann ich endlich als Künstler leben, ich werde Bierflaschen stappeln und über die Welt motzen. Vielleicht probiere ich der erste Mensch 3.0 zu sein. Also so was wie Mastubieren, von hinten genommen werden dabei noch Telefonsex mit Liz haben und Polifunk beim mastubieren zuschauen während wir das ganze auf Hasencore streamen.

Oder ich geh jetzt einfach ein Bier mit der lieben Costella trinken und alles wird gut. Und ich so Yeah!


Über den Author

Sein Name ist Thilo: 1988 geboren, Skateboarder, Fotograf. Googlemöger, Freiheitskämpfer, Rebell, Punk, Electroniker, Raver, Trinker, Raucher und zu 100% aus natürlichen Anbau. Alles gekrönt mit einer leichten Prise Ironie

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