AUF EIN
      Â
       (UN)WORT
„And the winner is…“. Jetzt Endlich steht es fest. Das Unwort des Jahres 2011 ist „Döner-Morde“. Somit steht diese groteske Wortkreation in einer Reihe mit Worten wie beispielsweise „alternativlos“ (2010), „Humankapital“ (2004) und „Gotteskrieger“ (2001). „Döner-Morde“ verharmlost den Mord an türkisch und griechischstämmigen Migranten. Das ist natürlich wahr, trotzdem habe ich ein Problem mit der Wahl bzw. mit dem medialen Umgang dieser Wahl. „Döner-Morde“ ist ein (Un)Wort das deutlich von Zeitungen und Fernsehen kreiert worden ist, anders als in den letzten 20 Jahren, wo diese (Un)Wörter zwar von den Medien getragen und gepusht wurden, allerdings von Politikern oder anderen Personen des sogenannten „öffentlichen Interesse“ geschaffen wurden. Warum mich das ankotzt?
Weil WDR, ARD, ZDF, N-TV, Zeit, FR, HR, FAZ und andere „seriösen“ Sender und Blätter dieses (Scheiß)Wort die letzten sechs Monate im selben Maß gebraucht haben wie ein 14 jähriger Kölner Migrant „Alda“. Und jedes mal hat es mich angekotzt. Ob ich in es von nem Kumpel hörte, es vorsichtig formuliert bei der ARD als „sogenannten Döner-Morde“ wahrnahm, oder mich selber dabei ertappte wenn ich damit Bezug auf das Thema nahm.
Und jetzt schreiben sie es sich alle auf die Fahne. Ein Unwort, etwas das man nicht sagt. Es sei denn niemand empört sich darüber.
So siehts aus. Gebt dem Kind einen Namen. Möglichst schnittig, eingängig, eindeutig. Und ein halbes Jahr später stellen wir empört fest dass das man Türken und Griechen gleichermaßen auf eine Fleischtasche reduziert und dadurch ein Wort geschaffen hat, dass in seiner Bedeutung auch für die Massenschlachtung von Lämmern stehen könnte.
Wie werden sich wohl die Angehörigen gefühlt haben, als sie zum ersten Mal lasen das Papa Teil der „Döner-Mordserie“ war? Und wie sehr hat das den Chefredakteur gekratzt, der die Titelseite am Vorabend absegnete? Und wie lange hat man dann wohl überlegt das Unwort des Jahres 2011 zu publizieren?
So etwas möchte man eigentlich nur den Springer-Medien oder den Privatsendern zutrauen. Aber da bin ich vielleicht etwas zu naiv.
Und natürlich ist mir klar dass die (Un)Worte in jedem Jahr die sind, die man tausendfach in Zeitungen liest und in den Nachrichten hört. Aber diesmal habe ich dass Gefühl das es so heuchlerisch ist wie selten zuvor.
Meinen herzlichen Glückwunsch also an die Medienlandschaft Deutschlands. Ihr habt es (abermals) geschafft die Messlatte wieder ein gutes Stück zu Senken.
AUF EIN
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       (UN)WORT
„And the winner is...“. Jetzt Endlich steht es fest. Das Unwort des Jahres 2011 ist „Döner-Morde“. Somit steht diese groteske Wortkreation in einer Reihe mit Worten wie beispielsweise „alternativlos“ (2010), „Humankapital“ (2004) und „Gotteskrieger“ (2001). „Döner-Morde“ verharmlost den Mord an türkisch und griechischstämmigen Migranten. Das ist natürlich wahr, trotzdem habe ich ein Problem mit der Wahl bzw. mit dem medialen Umgang dieser Wahl. „Döner-Morde“ ist ein (Un)Wort das deutlich von Zeitungen und Fernsehen kreiert worden ist, anders als in den letzten 20 Jahren, wo diese (Un)Wörter zwar von den Medien getragen und gepusht wurden, allerdings von Politikern oder anderen Personen des sogenannten „öffentlichen Interesse“ geschaffen wurden. Warum mich das ankotzt?
Weil WDR, ARD, ZDF, N-TV, Zeit, FR, HR, FAZ und andere „seriösen“ Sender und Blätter dieses (Scheiß)Wort die letzten sechs Monate im selben Maß gebraucht haben wie ein 14 jähriger Kölner Migrant „Alda“. Und jedes mal hat es mich angekotzt. Ob ich in es von nem Kumpel hörte, es vorsichtig formuliert bei der ARD als „sogenannten Döner-Morde“ wahrnahm, oder mich selber dabei ertappte wenn ich damit Bezug auf das Thema nahm.
Und jetzt schreiben sie es sich alle auf die Fahne. Ein Unwort, etwas das man nicht sagt. Es sei denn niemand empört sich darüber.
So siehts aus. Gebt dem Kind einen Namen. Möglichst schnittig, eingängig, eindeutig. Und ein halbes Jahr später stellen wir empört fest dass das man Türken und Griechen gleichermaßen auf eine Fleischtasche reduziert und dadurch ein Wort geschaffen hat, dass in seiner Bedeutung auch für die Massenschlachtung von Lämmern stehen könnte.
Wie werden sich wohl die Angehörigen gefühlt haben, als sie zum ersten Mal lasen das Papa Teil der „Döner-Mordserie“ war? Und wie sehr hat das den Chefredakteur gekratzt, der die Titelseite am Vorabend absegnete? Und wie lange hat man dann wohl überlegt das Unwort des Jahres 2011 zu publizieren?
So etwas möchte man eigentlich nur den Springer-Medien oder den Privatsendern zutrauen. Aber da bin ich vielleicht etwas zu naiv.
Und natürlich ist mir klar dass die (Un)Worte in jedem Jahr die sind, die man tausendfach in Zeitungen liest und in den Nachrichten hört. Aber diesmal habe ich dass Gefühl das es so heuchlerisch ist wie selten zuvor.
Meinen herzlichen Glückwunsch also an die Medienlandschaft Deutschlands. Ihr habt es (abermals) geschafft die Messlatte wieder ein gutes Stück zu Senken.