Klee

lucky

Ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Die Sonne scheint und für die frühe Uhrzeit ist es trotzdem bereits richtig schön draußen, so dass ich meine Jacke über meine Tasche gehängt habe. Trotzdem bin ich genervt. Genervt davon, dass ich in der Bahn stehen musste und da der Bus mal wieder Verspätung hatte, rennen musste, um sie überhaupt noch zu kriegen. Von den vielen Menschen, besonders von denen, die mit ihren Cityrollern durch den Bahnhof rollen und dabei andere Menschen umfahren. Davon, dass die Schlange beim Bäcker zu lang ist, der seltsame Typ in der S-Bahn schon morgens so stinkt, dass einem die Luft wegbleibt und generell, dass man auf dem Weg zur Arbeit ist, statt den schönen Tag frei zu haben und anderweitig zu verbringen. Grummelig und entnervt stapfe ich meinen täglichen Weg zur Arbeit.

Dann sehe ich einen kleinen Hund, der mir mit seinem Frauchen entgegen kommt. Der Hund läuft neben ihr her und bleibt plötzlich stehen. Er geht auf die Wiese, neben dem Weg und legt sich mitten in den Klee. Vorher ist mir gar nicht aufgefallen, dass die Wiese voller Klee ist. Die Frau versucht den Hund zum weitergehen zu bewegen. Er hingegen lässt sich nicht beirren und fängt an, sich auf der Wiese hin und her zu rollen. Ich lächle.

Plötzlich bin ich nicht mehr genervt. Mit fällt auf, wie schön der Tag eigentlich ist und vermutlich noch werden wird, ich freue mich auf meinen Obstsalat in der Tasche, auf den ersten Kaffee im Büro und darüber, dass ich früh freimachen kann. Über den Gedanken, mich einfach mal wie der kleine Hund mitten in eine Wiese voller Klee zu schmeißen und egal was ist, erst wieder weiterzugehen, wenn ich genug im Klee gelegen habe. Ich freue mich, dass es schon so warm ist, dass ich ohne Jacke draußen rumrennen kann und genau weiß, dass ich die erste Stunde im Büro fast alleine bin. Ich freue mich darüber, dass ich mich freue und nicht mehr genervt bin, dass mir der Rest der Welt in diesem Moment einfach mal egal ist.

Alles wegen einem kleinen Hund und einer Wiese voll Klee.

3 Antworten auf „Klee“

  1. Gut, dass es diese kleinen Momente gibt, die einen daran erinnern, dass es sich gar nicht lohnt, schlechte Laune zu haben. Jeder Tag ist voller Kleinigkeiten, aber Klee, Sonne und Obstsalat sind eben viel beachtenswerter als stinkende Typen und Cityroller. :)

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