Verschwommen #3
Berlin, dass ist sie also – diese Stadt mit viel Geschichte, arschkalten Wintern und glühend heißen Sommertagen bei denen die Mülltonnen anfangen zu brennen und sich Seen aus Arschwasser in den Einkaufsmeilen bilden.
*Filmriss, eine andere Spule wird aufgezogen*
Der erste Gedanke der mir in den Kopf schoss bei meiner Ankunft in Berlin: “Verdammt, wie beschissen kann eine Stadt eigentlich aussehen?!” Berlin ist auf den ersten Blick noch immer nicht so hässlich wie Wuppertal, Dortmund und Köln aber schön ist auch was anderes wenn man mitten in Tegel landet und von dort in die City muss – ist aber auch gerade egal. Ich hatte dies nicht nur gedacht sondern auch direkt ausgesprochen. Fuck! Dies hier ist Fledermausland. Die Rentnerin neben mir an der Bushalte beäugte mich, machte einen unerklärlichen Gesichtsausdruck und raunzte mich daraufhin direkt an: “Jungchen, dit is doch net Berlin! Dit is dat Viertel von de janze Parteibonzen” – “Achso” antworte ich und stellte fest das wir mittlerweile am Hauptbahnhof angekommen waren und ich das Regierungsbunkerviertel sah. Renter… überall gleich, in Bayern und Berlin, immer die gleiche Scheiße mit denen. Keine Zähne mehr in der Fresse, weil sie morgens vergessen haben ihr schlechtsitzendes Kassengebiss reinzuschieben. Grundsätzlich auf Konfrontation mit der Jugend aus, denn Früher da war eh ja alles besser so mit Führer und so. Meiner Meinung nach sollte es freiwillge Arbeitslager für Renter geben, denn die haben eh zuviel Zeit. Früher war wirklich alles besser, da wurden die Dinge mit Kriegen geregelt, die Leute wurden nicht so alt, da Sie meistens schon vorher in einem schwachsinnigen Krieg fielen oder in ihren Häusern zerbombt wurden von den Amis – also fast so wie heute. Mit Adolf hätte es keine Überalterung der Gesellschaft gegeben, der hätte dafür gesorgt.
Was ist heute ? Die ehemalige Kriegsjugend führt heute noch immer Kriege, doch nicht gegen Kommunisten, Amis oder die Russen. Der Krieg ist täglich vor unserer Haustüre. Der bevorzugte Kampfzone für Blitzkriege des Renters sind die Arztpraxen, Baumärkte und jegliche andere Punkte bei denen man 100% auf Konfrontation mit der arbeitenden Bevölkerung aus sein kann.
Die Achse des Bösen befand sich niemals im Irak, Iran oder Afghanistan sondern zwischen Kaugummidisplay und Zigaretten in deinem Supermarkt des Vertrauens. Bevorzugte Angriffs Zeiten des Rentners Militaris sind kurz vor Ladenschluss, Montagsmorgens in der Sprechstunde des Arztes um sieben Uhr morgens oder an jeglichen Tagen vor einem Feiertag.




