Splitterwelt

Vielleicht

Question Mark Graffiti
Geht es eigentlich irgendwem um mich? Und interessiert es mich ob es irgendwem um mich geht? Will ich das überhaupt? Will ich nicht eher, dass es niemandem um mich geht? Dass ich weg kann wie ich will? Und bleiben?

Wär es nicht besser wenn es niemandem um mich geht? Wenn es auch bei mir um niemanden gehen muss? Wenn ich kein schlechtes Gewissen haben muss und einfach nur daran denken muss was ich will? Und nicht was mit dem Rest ist? Wenn ich mich zwar bei niemandem ausheulen kann, sich dafür aber auch niemand bei mir?

Will ich überhaupt, dass jemand weiß wie es mir geht? Will ich es von anderen wissen? Oder will ich lieber wissen, dass es keinen interessiert und ich aber auch keine Erklärungen abgeben muss?

Vielleicht will ich ja, dass alles anders ist. Vielleicht will ich aber auch, dass alles so bleibt. Und vielleicht will ich einfach, dass es keine Vielleichts mehr gibt. Dass ich einfach weiß.

Wenn ich das wüsste, wär ich wohl vielleicht auch schon weiter. Vielleicht zumindest.

Es heiratet sehr…

Zombie Wedding

Es hat begonnen. Rings um mich herum fangen immer mehr Leute in meinem Alter an sich zu verloben, Kinder zu kriegen oder zu heiraten. Bin ich spießig wenn ich sage, dass ich das (noch) nicht will?

Wer mich kennt, weiß natürlich aber auch, dass ich dem Kitsch und seinen Töchtern hoffnungslos verfallen bin und dementsprechend auch irgendwann mal ganz groß heiraten will, mit Kutsche, Kleid und Schleier, Blumenmädchen und am besten auf nem Märchenschloss. Wie gesagt, irgendwann. Irgendwann möchte ich auch mal Haus und Hund (oder Teacup Schweinchen) dazu haben. Den ganzen Kram brauche ich aber doch jetzt noch nicht. Ich will mal heiraten, wenn ich mich auch dementsprechend reif genug dazu fühle, wenn ich alt genug bin, um auf Hochzeitsfotos auch wie eine Braut und nicht wie ein Mädchen im Brautkleid auszusehen. Und statt in Kindererziehung, investiere ich mein Geld momentan auch lieber in den nächsten Urlaub und in das nächste Tattoo.

Irgendwie finde ich die Leute in meinem Alter noch zu jung für Heirat und Kinder. Natürlich freue ich mich jedes Mal wenn ich eingeladen werde und kitsche dann auch munter vor mich hin, aber komisch kommt es mir trotzdem vor. Entweder sind die anderen in meinem Alter wohl älter oder ich bin einfach jünger.

Jeder soll natürlich machen was er für richtig hält. Ich halte es für richtig, das ganze Happily Ever After noch etwas nach hinten zu schieben. Ernsthafte Beziehungen kann ich auch so haben, dafür muss ich nicht verheiratet sein. Heiraten ist zwar schön und gut, aber wer’s vorher nicht so genau mit der Treue und Ernsthaftigkeit in der Beziehung nimmt, weil man in einer Beziehung ja noch nicht festgelegt ist, braucht dann auch nicht mehr zu heiraten um sich ewige Treue zu schwören.

Von mir aus heiratet und vermehret euch, ich komm auch gern zum Kuchen essen, Geschenke machen und kauf mir auch liebend gern ein neues Kleid dafür, aber bei mir müsst ihr wohl noch etwas warten. Und ob ich dann meine Märchenhochzeit hab, oder nackt im Wald und ohne Gäste heirate werd ich wohl noch früh genug wissen.

Karneval, schon wieder.

Untitled

Ab morgen beginnt er wieder, der Karneval, das maßlose Saufen, sich bescheuert anziehen und die restlichen Ausfälle.

Einige meiner Freunde und Bekannten werden sich wieder in eine Region zwischen notgeilen, volltrunkenen und sich über alle maßen menschenunwürdigen Monstern entwickeln.

Ich selbst habe seit längerer Zeit schon kein Interesse mehr, ich brauche keinen viertägigen sozial anerkannten Vollrausch. Ich werde mich in meiner Firma abschotten, mit meinen Kopfhörern bewaffnet werde ich früh morgens in der Bahn stehen, mit Menschen die ihren Pegel erreichen oder auch halten müssen.

Immer wieder habe ich an Karneval das Gefühl, dass man dieses Fest nur ab einer Promillezahl über 0,1 toll, lustig finden und überstehen kann.

Letztes Jahr habe ich erneut einen Versuch gewagt, habe durchgefeiert, dies war auch ohne Probleme möglich da ich arbeitsuchend war. Dieses Jahr erspare ich mir das ganze. Ich werde die Zeit sinnvoll nutzen. Frühjahrsputz ist angesagt und nebenbei die feierlustige @carocalico ertragen.

In meiner Firma wird gewohnt wenig los sein, da Karneval den schönen Nebeneffekt in der rheinischen Wirtschaftslandschaft bringt, dass Restdeutschland sich nicht meldet, da alle glauben wir wären alle betrunken. Desweiteren spare ich mir einen Tag der uns vom Betrieb freigegeben wird und habe das nächste Wochenende ein langes. Hooray.

Lass mich nicht allein

Im Grunde geht es mir gut. Besser als anderen. Vielleicht auch besser als den meisten. Trotzdem mecker und klage ich den lieben langen Tag über Kleinigkeiten. Die einen puste ich zu überdimensionalen Aufregern auf, um sie am Ende des Tages wie eine Seifenblase platzen zu lassen. Andere verschwinden schnell wieder in der Versenkung des Alltagabgrunds, aber immerhin mit einem Check-Häckchen dran, sodass man weiß, sich auch mal darüber aufgeregt zu haben. Aber dann kommen die Momente, in denen solche Kleinigkeiten in den Hintergrund rücken und ich mich schäme, mich mit solchen Lächerlichkeiten aufgehalten zu haben. Immer dann wenn ich dich besuche.

Es sind schwere und ermüdenden Schritte, die mich zu Dir bringen. Jede Bewegung schmerzt innerlich, einen Fuß vor den anderen zu setzen kostet mich Überwindung und es zerfetzt mir mit jedem Zentimeter immer wieder ein Stückchen mehr vom Herz. Doch auch wenn es weh tut, ich komme jede Woche mit Blumen bei Dir vorbei.

Die Sonne am Himmel versteckt sich hinter dicken Wolkendecken sobald ich mich auf den Weg zu Dir mache und ich rede mir ein, dass Du die Wolken einfach vor die Sonne geschoben hast, um mir Deckung zu geben, und damit Du nicht siehst wie ich traurig durch die Straßen taumel. Es sind 23 Minuten die uns von einander trennen. Von mir bis zu dem Ort an dem Du jetzt wohnst. Hinter der der kleinen Kapelle am Stadtrand, abgelegen und versteckt hinter einer großen Mauer.

Wenn ich bei dir bin, hole ich jedes Mal tief Luft, schließe die Augen und lasse mich für einen Moment in die Vergangenheit katapultieren. Zu dem Tag im Mai 2008, als das Leben uns ordentlich auf’s Maul haute, uns stolpern und schließlich fallen lies. Zu dem schlimmsten Tag meines Lebens. Zu dem Tag, als ich dir beim sterben zusah.

Auch wenn es bald vier Jahre her ist, versuche ich dich in meinen Träumen immer noch zu retten. Dich zu warnen, dass das weiße Licht nur ein trügerischer Schein ist und dahinter keinesfalls das Glück auf dich wartet. Du wirst dort nichts finden was Du dir wünschst. Oder will ich einfach nicht, dass Du dort glücklicher wirst? Darf ich so egoistisch sein und verlangen, dass Du das Glück hier finden sollst?

Sobald sich meine Augen wieder öffnen, meine Gedanken zurück ins Hier und Jetzt geschleudert werden, Sonnenstrahlen mein Gesicht treffen, ich deinen Platz schön herrichte und den Stein auf dem dein Name steht in neuem Glanz erstrahlen lasse, wird mir bewusst, dass es egal ist, wo Du jetzt sein magst. Weil mein Herz darauf aufpasst, dass Du nicht in Vergessenheit gerätst.

Give me a ticket for an aeroplane

http://www.youtube.com/watch?v=sf7Qde-_uCo

Veränderungen. Sie sind dringend nötig, wenn Du feststellt, dass Du bloß noch neben deinem Leben her existierst. Deine sonst so bunten Zukunftsträume immer mehr verblassen und ein grauer Schleier sich über sie legt, so dass sie bald nicht mehr zu erkennen sind. Wenn Du nach Feierabend schon Magenkrämpfe bekommst, weil Du nur noch wenige Stunden vom nächsten Alltag entfernt bist. Wenn Du nur noch funktionierst anstatt zu leben. Wenn die Firma, in der Du deinen Herzblutjob erledigst, dir deine Energie und Kreativität, deine eigentliche Luft zum atmen raubt. Wenn dir die Top-5 Methoden sich umzubringen in 3 Sekunden einfallen, die Top-5 Gründe es nicht zu tun, aber nicht. Wenn Du im Traum plötzlich auf deiner eigenen Beerdigung stehst und niemand ausser deinem eigenen Schatten da ist, um sich an dich zu erinnern. Wenn Du dich selbst nicht mehr wieder erkennst. Wenn Du dich fragst, ob es überhaupt auffallen würde, wenn Du verschwindest.

Die Zweifel an meinem scheinbar glücklichen Dasein kamen in den vergangenen Monaten immer wieder mal auf, aber ich habe sie zur Seite geschoben, ignoriert und mit einem “Es wird schon wieder besser”-Pflaster überklebt. Dessen Haftung nun aber so gut wie hinüber ist und es nur noch an einem kleinen Eckchen hängt. Wenn es fällt, bin ich, fürchte ich, verloren. Deshalb werde ich neue Dinge ausprobieren und vieles hinter mir lassen, neue Haftung, neuen Halt und neuen Boden unter den Füßen finden. Wohin es mich bei der Suche auch immer verschlägt, ich hoffe es ist weit weg vom jetzigen Zustand.

Gonna rise up, turning mistakes into gold.