Nur um es vorher zu sagen, ich bin ein glücklicher Mensch.
Aber manchmal habe ich die Lust vor den Zug zu springen. Hin und wieder passiert es einfach. Ich stehe an einem Zuggleis und überlege, ob ich nicht einfach vor den einfahrenden Zug springen sollte. All die Gedanken, Sorgen, Ängste mit diesem einem Moment besieglen. Das Ende finden. Klub 27 nennt man Rockstars. Kurt Cobain, Jenis Joplin, Jimmy Hendrix um nur einige von diesen Menschen zu nennen. Alle sind mit 27 Jahren aus ihrem Leben geschieden. Die einen mit Drogen, die anderen durch Schusswaffen. Ich habe zu nichts von beiden eine Verbindung und möchte sie auch nicht haben.
Doch manchmal wenn ich am Gleis oder einer hohen Brücke stehe, muss ich daran denken wie es wäre jetzt just in diesem Moment mein Leben zu beenden. Wer würde um mich trauern, gäbe es überhaupt Menschen die um mich trauern würden? Was wäre mit deren Leben? Diese Art zu sterben -der Freitod- wäre diese Art zu egoistisch? Was würden die Leute über mich nach meinem Tod sagen ? “Ja klar kannte ich Thilo, war schon immer ein versoffener Spinner…”, “Joa warn Netter…”, “Thilo?, der größte Arsch den ich je kennengelernt habe…”

Ich bin jetzt 22 Jahre alt, werde nächsten Monat 23 und frage mich oft was ich bisher geleistet, was ich erlebt habe. Ob ich erwachsen bin? Letzteres wahrscheinlich noch lange nicht. Ich habe in meinem Leben schon viel Scheiß miterlebt, doch wahrscheinlich nicht so viel wie manch anderer von euch. Meine Schulbildung ging irgendwie so durch, danach die Ausbildung auch geschafft (die gar nicht mal so schlecht) und trotzdem fühle ich mich als hätte ich noch nichts geleistet. Hingelebt habe ich.
Menschen trifft man und vergisst man, ich möchte nicht vergessen werden. Ich möchte, dass man sich noch in Jahren über mich erzählt. Ein Instrument kann ich nicht spielen, also ist der Klub 27 schon mal für mich zu. Deswegen blogge ich, glaube ich. Im Netz bleibt man schließlich ewig, wird uns doch schließlich ständig von den Medien eingebläut.
Ein anderer Gedanke der mir einfällt wenn ich an den Zug denke – ist das ich von einer Neugier getrieben werde. Wie würde sich dieser Tod anfühlen, was ist danach? Ungefähr so wie, was passiert wenn ich das Baby auf meinen Armen fallen lasse ? Diese Gedanken über die man nie spricht und wenn doch wird man komisch angeguckt oder als verrückt abgestempelt. Einfach mal bei 200 km/h auf der Autobahn die Augen schließen und das Lenkrad loslassen.
Oder ist es einfach nur die Tristessé unseres Lebens, welches uns auf solche Dinge bringt ? Ich weiß es selbst nicht, aber eins weiß ich: der tägliche Kampf geht weiter. Denn wenn uns eins bleibt in dieser Welt, dann dass die Gedanken frei sind.





