
(Wenn dich jemand nach mir fragt, dann sag einfach, Du kennst mich nicht. Du wirst schon sehen, wie recht Du damit hast).
Neulich fragte mich jemand, wie ich es schaffe, immer das Gefühl zu vermitteln, dass es mir nie schlecht geht. Das ich andere immer aufbauen kann, selbst aber nie den Anschein mache, dass es mir schlecht geht. Der Trick ist ganz einfach: Ich setze dazu einfach eine Maske auf, denn in den seltensten Fällen will ich, dass jemand merkt, wenn es bei mir nicht rund läuft. Und in noch wenigeren Fällen binde ich es jemandem auf die Nase, den ich nicht gut kenne.
In den vergangenen 10 Monaten glitt mein Leben zwischen freier Fahrt auf der Überholspur und fahren mit angezogener Handbremse. Unfreiwillig in die Arbeitslosigkeit und neue Depressionsschübe gerutscht, habe ich meinem Gegenüber immer wieder auf die Frage nach meinem Befinden, mit einem “Es geht mir gut” freundlich ins Gesicht gelogen. Was geht es andere auch an, wenn Dir das Wasser innerlich bis zum Hals steht und Du Mühe hast, dich von Tag zu Tag zu hangeln.
Meist nach den kurzen schönen und intensiven Minuten eines Tages, erwacht in mir schnell wieder der Alltag. Was sich eben noch als real und gut anfühlte, erlischt binnen Sekunden. Ich versuche die Kontrolle zu behalten, schaue mir im Spiegel in die Augen, will mir mit kaltem Wasser die Gedanken klar spülen. Aber plötzlich ist alles weg. Die “es wird schon werden” Gedanken, der Blick nach vorn, die Ehrlichkeit mit mir selbst,. Ich gucke in ein schwarzes Loch und warte darauf, dass am Ende des Tunnels endlich das sagenumwobene Licht in Form eines Zuges auftaucht. Weiterlesen »
(Wenn dich jemand nach mir fragt, dann sag einfach, Du kennst mich nicht. Du wirst schon sehen, wie recht Du damit hast).
Neulich fragte mich jemand, wie ich es schaffe, immer das Gefühl zu vermitteln, dass es mir nie schlecht geht. Das ich andere immer aufbauen kann, selbst aber nie den Anschein mache, dass es mir schlecht geht. Der Trick ist ganz einfach: Ich setze dazu einfach eine Maske auf, denn in den seltensten Fällen will ich, dass jemand merkt, wenn es bei mir nicht rund läuft. Und in noch wenigeren Fällen binde ich es jemandem auf die Nase, den ich nicht gut kenne.
In den vergangenen 10 Monaten glitt mein Leben zwischen freier Fahrt auf der Überholspur und fahren mit angezogener Handbremse. Unfreiwillig in die Arbeitslosigkeit und neue Depressionsschübe gerutscht, habe ich meinem Gegenüber immer wieder auf die Frage nach meinem Befinden, mit einem "Es geht mir gut" freundlich ins Gesicht gelogen. Was geht es andere auch an, wenn Dir das Wasser innerlich bis zum Hals steht und Du Mühe hast, dich von Tag zu Tag zu hangeln.
Meist nach den kurzen schönen und intensiven Minuten eines Tages, erwacht in mir schnell wieder der Alltag. Was sich eben noch als real und gut anfühlte, erlischt binnen Sekunden. Ich versuche die Kontrolle zu behalten, schaue mir im Spiegel in die Augen, will mir mit kaltem Wasser die Gedanken klar spülen. Aber plötzlich ist alles weg. Die "es wird schon werden" Gedanken, der Blick nach vorn, die Ehrlichkeit mit mir selbst,. Ich gucke in ein schwarzes Loch und warte darauf, dass am Ende des Tunnels endlich das sagenumwobene Licht in Form eines Zuges auftaucht.
Aber davon merkst Du nichts. Denn meine Maske sitzt fest auf meinem Gesicht, die der Welt vormacht, dass mir nichts und niemand etwas anhaben kann. Hier und da bröckelt etwas von ihr ab und komme ich nicht schnell genug hinterher die abgeplatzten Stellen wieder rasch auszubessern, dann brauchst Du mir nur eine Sekunde zu lange in die Augen zu schauen und könntest Du all meine Schattenseiten, Ecken, Kanten, Narben und Fehler sehen.
Fehler, die jemand bereits entdeckt und als riesiges Graffiti an meine selbst aufgebaute Schutzwand gesprüht hat. Aber in so undeutlichen Buchstaben, dass man genauer hinsehen muss um diese zu entziffern. Fehler, von denen ich weiß, die ich aber nicht sehen will. Oder nicht eingestehen will.
Bekommst Du die Chance, mich näher kennenzulernen, dann mach Dir bitte keine Mühe, die Steine vorsichtig einzeln aus dem Schutzwall zu klopfen. Denn ich habe eine versteckte Tür hinein gebaut. Und wenn ich will, dass Du siehst wie ich in guten und in schlechten Tagen wirklich bin, dann werde ich sie dir öffnen, dich durch mein geistiges Labyrinth führen und dir zeigen, wie ich ohne Maske aussehe.