Wir schreiben das Jahr 1991. Ich stehe unmittelbar vor meinen Einschulung, habe noch keinen wirklich eigenen Geschmack und finde einfach das gut, was meine älteren Geschwister mir vorleben. Ich weiß es zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht besser. Und deshalb dauert es auch noch einige Jahre, bis meine Ohren für sich herausgefunden haben, was gut klingt und was für sie absolutes Ohrensausen verursacht.
Zu dieser Zeit erscheint ein Rockalbum, dass seines gleichen sucht. Nirvana schmeißen Nevermind auf den Markt und lösen mit ca. 50 Minuten Spielzeit einen musikalischen Machtwechsel in den Charts aus. 12 Tracks einer scheinbar unspektakulären Band aus Seattle, die mit ihrer Platte eine Stilrichtung aus den Angeln hebt und bis heute damit ungeschlagen ist.
Es dauert schlappe neun Jahre, bis mir klar wird, was da eigentlich passiert ist. Ich bin 14 und finde so langsam meinen eigenen Geschmack, stoße dabei durch einen Musiksender namens VIVA II auf Musik, die es vorher dank Plastik-Pop und dem “gut-finden-Gruppenzwang” kaum zu mir geschafft hat. Schrammelige Gitarren, wütender Gesang. Meine Eltern nannten es schlichtweg “Krach”, ich, den “Beginn eines neuen Lebensabschnittes”. Nevermind lehrte mich, dass es völlig ok ist, auf den Putz hauen zu wollen, zu rebellieren und mit seiner Meinung auch mal alleine da zu stehen. “I’m so ugly, that’s okay cause so are you”.
Um so grusliger ist nun für mich, dass sich nun 20 Jahre nach erscheinen der Platte, die Musikwelt mit Tributes des Albums auf den Markt schwemmt. Egal ob es das Spin Magazin oder der hierzulande bekanntere Musikexpess ist – aus allen Löchern kriechen Künstler aller Genres, die nun ihren Beitrag zum Verfall eines sicherlich überhypten, aber dennoch guten Albums, leisten.
Da sehe ich Mando Diao, Bonaparte, Selig, Scott Matthew, William Fitzsimmons, EMA, oder auch Thees Uhlmann, die sich die Ehre geben einen Track der Platte neu einzuspielen und ich frage mich: Ist das euer ernst?
Auf ihre Art sind diese Künstler ja sicherlich gut und schön, aber: Warum das Werk eines anderen verpfuschen? So ziemlich jeder Track klingt lächerlich und falsch.
Dies soll keine allgemeine Verteufelung von Coverversionen sein! Nirvana haben sich ebenfalls bei anderen Künstlern bedient (nicht zuletzt beim Großmeistern der Musik David Bowie und Leonard Cohen), Johnny Cash hat Hurt von den Nine-Inch-Nails wunderbar neu vertont, die Cardigans haben “Das Model” von Kraftwerk in ihrem Reportoire und die Leftover Cuties haben mir gezeigt, dass Songs von Lady Gaga in einer anderen Version durchaus in meinem Ohren gut klingen. (Um nur einige zu nennen und hier kein bodenloses Fass aufzumachen.)
Im Fall des Nevermind-Tributes jedoch hätte die Musikwelt auch ohne ganz gut weiter leben können. Ich meine, reicht es denn nicht, was ich aus Songs morgens unter der Dusche mache, wenn ich sie aus vollster Brust bis ans Ende meiner vier Wände gröhle? Dort, wo es niemand ausser mir mitbekommt?
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=jSy3UvVwQ8g&feature=related[/youtube]
Wir schreiben das Jahr 1991. Ich stehe unmittelbar vor meinen Einschulung, habe noch keinen wirklich eigenen Geschmack und finde einfach das gut, was meine älteren Geschwister mir vorleben. Ich weiß es zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht besser. Und deshalb dauert es auch noch einige Jahre, bis meine Ohren für sich herausgefunden haben, was gut klingt und was für sie absolutes Ohrensausen verursacht.
Zu dieser Zeit erscheint ein Rockalbum, dass seines gleichen sucht. Nirvana schmeißen Nevermind auf den Markt und lösen mit ca. 50 Minuten Spielzeit einen musikalischen Machtwechsel in den Charts aus. 12 Tracks einer scheinbar unspektakulären Band aus Seattle, die mit ihrer Platte eine Stilrichtung aus den Angeln hebt und bis heute damit ungeschlagen ist.
Es dauert schlappe neun Jahre, bis mir klar wird, was da eigentlich passiert ist. Ich bin 14 und finde so langsam meinen eigenen Geschmack, stoße dabei durch einen Musiksender namens VIVA II auf Musik, die es vorher dank Plastik-Pop und dem "gut-finden-Gruppenzwang" kaum zu mir geschafft hat. Schrammelige Gitarren, wütender Gesang. Meine Eltern nannten es schlichtweg "Krach", ich, den "Beginn eines neuen Lebensabschnittes". Nevermind lehrte mich, dass es völlig ok ist, auf den Putz hauen zu wollen, zu rebellieren und mit seiner Meinung auch mal alleine da zu stehen. "I'm so ugly, that's okay cause so are you".
Um so grusliger ist nun für mich, dass sich nun 20 Jahre nach erscheinen der Platte, die Musikwelt mit Tributes des Albums auf den Markt schwemmt. Egal ob es das Spin Magazin oder der hierzulande bekanntere Musikexpess ist - aus allen Löchern kriechen Künstler aller Genres, die nun ihren Beitrag zum Verfall eines sicherlich überhypten, aber dennoch guten Albums, leisten.
Da sehe ich Mando Diao, Bonaparte, Selig, Scott Matthew, William Fitzsimmons, EMA, oder auch Thees Uhlmann, die sich die Ehre geben einen Track der Platte neu einzuspielen und ich frage mich: Ist das euer ernst?
Auf ihre Art sind diese Künstler ja sicherlich gut und schön, aber: Warum das Werk eines anderen verpfuschen? So ziemlich jeder Track klingt lächerlich und falsch.
Dies soll keine allgemeine Verteufelung von Coverversionen sein! Nirvana haben sich ebenfalls bei anderen Künstlern bedient (nicht zuletzt beim Großmeistern der Musik David Bowie und Leonard Cohen), Johnny Cash hat Hurt von den Nine-Inch-Nails wunderbar neu vertont, die Cardigans haben "Das Model" von Kraftwerk in ihrem Reportoire und die Leftover Cuties haben mir gezeigt, dass Songs von Lady Gaga in einer anderen Version durchaus in meinem Ohren gut klingen. (Um nur einige zu nennen und hier kein bodenloses Fass aufzumachen.)
Im Fall des Nevermind-Tributes jedoch hätte die Musikwelt auch ohne ganz gut weiter leben können. Ich meine, reicht es denn nicht, was ich aus Songs morgens unter der Dusche mache, wenn ich sie aus vollster Brust bis ans Ende meiner vier Wände gröhle? Dort, wo es niemand ausser mir mitbekommt?